Beschwerden wie Übelkeit, Brustspannen, Müdigkeit, häufiges Wasserlassen und gelegentliches Ziehen im Unterbauch vergehen normalerweise bis zur 14. Schwangerschaftswoche und sind kein Grund zur Sorge. Schwierigkeiten und Probleme in der Schwangerschaft sind die Ausnahme und nicht die Regel. Dennoch empfehlen wir Ihnen, die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig in Anspruch zu nehmen, um mögliche Komplikationen so früh wie möglich zu erkennen.
Ernähren Sie sich gesund! Sollten Sie Bedenken haben, dass Ihre Vitaminversorgung nicht ausreicht, empfehlen wir Ihnen das Präparat ORTHO-Pregna. Bitte fragen Sie hierzu unsere Mitarbeiterinnen. Jeder Schwangeren raten wir zur Einnahme von Jod-Folsäure-Tabletten während Schwangerschaft und Stillzeit, um Probleme mit der Schilddrüse zu vermeiden und der Ausbildung eines „offenen Rückens“ vorzubeugen.
Es gibt nur wenige Dinge, die Sie während der Schwangerschaft nicht tun sollten:
Das Rauchen sollten Sie bitte ganz vermeiden, denn es schädigt den Mutterkuchen. Dadurch kann die Versorgung Ihres Kindes mit Nährstoffen erheblich gefährdet werden. Je schneller Sie vollständig mit dem Rauchen aufhören, desto besser für Sie und Ihr Kind.
Alkohol sollten Sie möglichst meiden.
Nehmen Sie Medikamente bitte nur nach Absprache mit uns ein!
Wenn Sie berufstätig sind, müssen Sie Ihren Arbeitgeber im Lauf der ersten drei Monate über Ihre Schwangerschaft informieren. Eine entsprechende Bescheinigung erhalten Sie von unseren Mitarbeiterinnen.
Zu den Vorsorgeuntersuchungen:
Die Mutterschaftsrichtlinien sehen folgende Untersuchungen vor:
Zusätzlich gibt es eine Reihe von medizinisch sinnvollen Untersuchungen in der Schwangerschaft, die jedoch nicht Bestandteil der Mutterschaftsvorsorgerichtlinien sind und deshalb von Ihnen privat getragen werden müssen. Sie erhalten von uns hierzu anliegend gesonderte Informationen.
Geburtsbeginn
GEHT ES JETZT LOS?
Anmerkungen zum möglichen Geburtsbeginn
Die wenigsten Babys kommen am errechneten Tag zur Welt. Die große Mehrheit überrascht die künftigen Eltern. Was sind die Anzeichen für einen möglichen Geburtsbeginn?
1.regelmäßige Wehen Wehen fangen in der Regel langsam und nicht hochdramatisch an. Am Anfang ist es eher ein Ziehen als ein deutlicher Schmerz, das vom Bauch in den Rücken und bis in die Beine ausstrahlen kann. Längere Pausen liegen dazwischen. Schauen Sie auf die Uhr, um die Abstände zwischen den Wehen zu messen. Kommt das Ziehen etwa alle 10 Minuten und hält etwa
1 Minute an, wird es ernst. Wenn die Wehen noch unregelmäßig sind, können Sie es mit einem warmen Bad versuchen. Lassen die Wehen nach, will das Baby noch nicht aus dem Bauch. Das gilt aber nur für Erstgebärende. Frauen, die schon Kinder haben, sollten mit einem Bad zu Hause vorsichtig sein. Die Badewanne wirkt nämlich manchmal wie ein Wehenbeschleuniger.
2.geöffnete Fruchtblase Nur bei etwa 5% der werdenden Mütter platzt die Fruchtblase mit einem lauten „Plopp“. Meist beginnt ein Tröpfeln, das nicht aufhört. Fruchtwasser riecht deutlich anders als Urin oder Ausfluss. Wenn bei der letzten Untersuchung der Kopf des Kindes schon tief im Becken lag, was bei den meisten Schwangeren der Fall ist, haben Sie keine Eile. Benachrichtigen Sie Ihre
Hebamme oder machen Sie sich allmählich auf den Weg in die Klinik. Nur wenn das Köpfchen noch sehr viel Spiel im Becken hat, könnte die Nabelschnur vorfallen und abgedrückt werden, was sehr selten ist. Legen Sie sich hin und lagern Sie das Becken leicht erhöht bis ihr Transportmittel da ist. Gehen Sie zum Auto und lassen sich liegend in die Klinik bringen. Sollten Sie im Zweifel sein, ob ein Blasensprung vorliegt, suchen Sie Ihren Frauenarzt, Ihre Hebamme oder die Geburtsklinik auf.
3.leichte Blutungen Etwa 20% der werdenden Mütter bluten leicht, wenn sich der Muttermund öffnet. Es reißen kleine Gefäße ein, weil der Muttermund stark durchblutet ist. Man nennt diese Blutung auch Zeichnungsblutung und sie bedeutet meist den Beginn der Geburt. Sollten Sie beunruhigt sein, rufen Sie die Hebamme oder fahren Sie in die Geburtsklinik. In ganz seltenen Fällen sind Blutungen ein Zeichen, dass sich der Mutterkuchen von der Gebärmutterwand löst. Dann brauchen Sie und Ihr Kind schnelle ärztliche Hilfe.
Starten oder warten?
Unsicherheit ist kein schöner Zustand. Weder Sie, Ihre Hebamme oder Ihr Arzt wissen genau, wann es mit der Geburt losgeht. Es ist keine Schande, wegen eines „Fehlalarms“ die Hebamme, den Arzt oder die Klinik zu früh aufgesucht zu haben.
Toxoplasmose
Der Erreger, Toxoplasma gondii, ist ein sich in Körperzellen vermehrender Parasit.
Die Übertragung erfolgt durch den Kot infizierter Katzen, durch infiziertes rohes Fleisch, nicht ausreichend gewaschene rohe Gemüse und Salate.
Die Krankheitssymptome sind relativ uncharakteristisch. Sie zeigen sich meist in Form einer Grippe, mit Fieber und Schwellung der Lymphknoten des Halses. Schwere Verlaufsformen sind selten. 50% der Infektionen verlaufen ganz ohne Beschwerden. Eine Erkrankung des Feten findet nur statt, wenn sich die Mutter in der Schwangerschaft erstmals infiziert. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist auf Grund einer früher durchgemachten Infektion vor einer frischen Infektion geschützt. Folgen einer Infektion sind Fehlgeburten oder Erkrankungen des Gehirns, der Leber und der Augen des Kindes. Die Diagnose kann durch die Bestimmung der Antikörper gegen Toxoplasmose im Blut der Mutter gestellt werden. Die Behandlung erfolgt mit speziellen Antibiotika, frühestens ab der14.Schwangerschaftswoche. Vorbeugung besteht im Verzicht auf rohes Fleisch, gründliches Waschen von Gemüse und Salat und Vermeidung des Kontaktes mit Katzenkot.
HIV(Aids)
Ist eine Schwangere mit dem Aids-Virus infiziert, so kann es während der Schwangerschaft und unter der Geburt zu einer Infektion des Kindes kommen. Durch eine Behandlung der Mutter während der Schwangerschaft lässt sich das Risiko für eine kindliche Infektion deutlich senken. Es ist deshalb sinnvoll am Anfang der Schwangerschaft eine HIV-Infektion mit einem Bluttest auszuschließen.
Zuckerbelastungstest in der Schwangerschaft
Zucker ist der wichtigste Energielieferant für das Kind. Er wird von der Mutter über den Mutterkuchen an das Kind weitergegeben. Das Zuckerangebot im Blut der Mutter wird über das Hormon Insulin gesteuert.
Eine Zuckerverwertungsstörung, die sogenannte Schwangerschaftszuckerkrankheit (Gestationsdiabetes) entwickelt sich bei bis zu 5% aller Frauen in der Schwangerschaft.
Der Gestationsdiabetes entsteht, weil bestimmte Schwangerschaftshormone die Wirkung des Insulins im Blut der Mutter beeinflussen. Die Folge ist eine Überangebot an Zucker für das Ungeborene.
Folgen für das Kind: Wird ein Gestationsdiabetes nicht behandelt, so kann es einerseits zu einem übermässigen Wachstum des Kindes kommen, andererseits kann durch eine Schädigung des Mutterkuchens auch eine Wachstumsverzögerung des Kindes auftreten. Beides kann während der Schwangerschaft und unter der Geburt zu Problemen führen.
Nach der Geburt kommt es häufig zu einer Unterzuckerung des Neugeborenen, die unbehandelt zu Schädigungen wichtiger Organe führen kann.
Folgen für die Mutter: Es besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit der Harnwege und der Scheide. Das Risiko, einen Bluthochdruck mit nachfolgender Minderdurchblutung des Mutterkuchens zu entwickeln, steigt. Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Kaiserschnitt zu entbinden, nimmt zu. In einigen Fällen bleibt die Zuckerkrankheit nach der Entbindung bestehen.
Diagnostik: Es ist sinnvoll zwischen der 24. – 28.SSW einen Zucker-Belastungstest zum Ausschluß einer Schwangerschaftszuckerkrankheit durchführen zu lassen.
Testablauf: Die Schwangere trinkt eine Lösung mit 50g Traubenzucker (Glucose). Nach einer Stunde wird eine Blutprobe aus dem Finger oder dem Ohrläppchen entnommen und der Blutzucker-Spiegel gemessen. Bei Werten über 140mg% besteht der Verdacht auf einen Gestationsdiabetes, der beim Internisten bestätigt und gegebenenfalls therapiert werden muss.
Chancen: Die Chancen durch rechtzeitige Entdeckung einer Schwangerschaftszuckerkrankheit eine normale Schwangerschaft ohne Komplikationen und eine normale Geburt zu erleben sind außerordentlich groß.
Hebammenbetreuung
Wir empfehlen Ihnen sehr, zur Erleichterung der Geburt an einem Vorbereitungskurs bei einer niedergelassenen Hebamme oder in einer Klinik teilzunehmen. Wenn Sie eine ambulante Geburt planen, sollten Sie sich eine Hebamme suchen, die Sie im Wochenbett und in der Stillzeit regelmäßig betreut.
Wir arbeiten in unserer Praxis mit der Hebamme Brigitte Schlieper zusammen. Sie wird bei Ihnen auf Wunsch Vorsorgeuntersuchungen durchführen und Ihnen auch für weitere Fragen zur Verfügung stehen. Frau Schlieper ist über unsere Praxis oder über die Hebammenpraxis Bremen(s.u.) zu erreichen. Gemeinsam wollen wir Sie unterstützen, daß Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit für Sie zu einer freudigen Erfahrung werden.
Niedergelassene Hebammen, mit denen wir häufig zusammenarbeiten:
Geburtshaus & Hebammenpraxis HB (auch Hausgeburten), Sommerstr. 20, Tel: 34 80 01
Hebammenladen, Contrescarpe 117, Tel: 17 17 77
Findorfer Hebammengemeinschaft, Tel: 35 36 95
Praxis Dreiklang (Hausgeburten) , Tel: 3 49 14 49
Ute Frohwitter (Hausgeburten), Fischerhude, Tel: 04293/76 02
Geburtshilfe Praxis Fischerhude, (Hausgeburten), Tel: 04293/15 50
Geburtshilfliche Kliniken in Bremen
Klinikum Mitte – St. Jürgenstrasse, Anmeldung Tel: 497-39 25
ZKH Links der Weser, Anmeldung Tel: 879-1245
Diakonissenhaus in Gröpelingen, Anmeldung: 6102-1232
ZKH Bremen Nord, Anmeldung Tel: 6606-1553
St. Joseph-Stift Bremen, Anmeldung Tel: 347-1332
In allen Krankenhäusern werden Kreissaalführungen angeboten. Da sich die Zeiten für die Führungen häufig ändern, informieren Sie sich bitte über die oben angegebenen Telefonnummern.